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Solnhofen und seine Fossilien Blaculla nikoides, Fundort: Solnhofen/Eichstätt, Länge: 3,3 cm Linke Abbildung: natürliche Ansicht, rechte Abbildung: unter UV - Licht Blaculla gehört zu den Seltenheiten, insbesondere dann, wenn die Beine mit den Scheren so erhalten sind, dass eine eindeutige Bestimmung möglich ist. Typisch für die Gattung Blaculla ist, dass das zweite Schreitbeinpaar deutliche Segmente aufweist. Sowohl das erste wie auch das zweite Schreitbeinpaar tragen Scheren. An der Größe der Scheren des zweiten Beinpaares wird die Art eindeutig bestimmt. Unter UV - Licht lassen sich die Beine mit den Scheren deutlicher erkennen.
Skizzen zu Blaculla sieboldi und Blaculla nikoides Die linke Skizze (aus: Oppel, Palaeontologische Mitteilungen 1862) verdeutlicht die Lage der Beine und Antennen einer Blaculla sieboldi. Die rechte Skizze verdeutlicht die Lage der Beine und Antennen der Blaculla nicoides im obigen Fund.
Linke Abbildung: natürliche Ansicht im Weißlicht, rechte Abbildung: unter UV - Licht Die obigen Abbildungen zeigen im Ausschnitt sowohl das segmentierte zweite Beinpaar als auch die Scheren des ersten und zweiten Beinpaares. Nur dadurch ist eine sichere Bestimmung möglich. Unter "Präparation" ist das Fundstück im unpräparierten Zustand zu sehen.
Werdegang einer juvenilen Blaculla nicoides Blaculla nicoides, Fundort Solnhofen/Eichstätt, Länge: 1,4 cm Selbst kleine und unscheinbare Krebse sollte der Finder nicht wegwerfen, denn durch Präparation lassen sich manchmal sehr seltene Fossilien freilegen. Die linke Abbildung zeigt den Fund im unpräparierten Zustrand. Hier war bereits die Form des Krebses "verdächtig". Das rechte UV-Bild der präparierten Blaculla zeigt die erstaunlich langen Antennen, die Scheren der Schreitbeine (wobei der Anschluss zum Körper nicht mehr vorhanden ist) sowie unterhalb des Vorderkörpers das zweite Schreitbeinpaar.
Beide Bilder zeigen den Krebs in voller Körpergröße. Neben den isolierten Scheren der übrigen Schreitbeine sind bereits hier unterhalb des Vorderkörpers die Segmente des zweiten Schreitbeinpaares (insbesondere des unteren) zu erkennen. Da die zugehörige Schere zumindest an einem der Beine des zweiten Schreitbeinpaares erhalten geblieben ist, kann es sich nicht um ein isoliertes Antennenstück handeln.
Während das linke UV-Bild unterhalb des Vorderkörpers die für eine Blaculla typische Segmentierung des zweiten Schreitbeinpaares an einem der beiden Beine besonders deutlich zeigt, lässt die rechte Abbildung auch das andere Bein des zweiten Schreitbeinpaares mit seiner Segmentierung erkennen. Während die Schere des einen Beines des zweiten Schreitbeinpaares, insbesondere unter dem Binokular, gut zu erkennen ist, weist die Schere des anderen einige Überlieferungsschäden auf. Durch diese Präparation und durch die Bilder ist der Nachweis erbracht, dass es sich um eine sehr seltene Blaculla handelt, wobei die Größe der Schere für die Art B. nicoides spricht. Es lohnt sich also, auch kleine und auf den ersten Blick nicht besonders interessante Fossilien zu beachten.
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